Pflege-Aufgaben verteilen: Wer macht was bis wann?
In fast jeder Pflegefamilie gibt es eine Person, an der alles haengen bleibt. Nicht weil die anderen nicht wollen -- sondern weil niemand weiss, was eigentlich alles zu tun ist. Die Loesung ist nicht mehr Einsatz, sondern mehr Sichtbarkeit.
Warum klare Aufgabenverteilung entlastet
Pflege ist kein Projekt mit Anfang und Ende. Sie ist ein fortlaufender Prozess mit dutzenden kleinen und grossen Aufgaben, die parallel laufen. Wer den Ueberblick verliert, vergisst Fristen, doppelt Arbeit oder brennt aus.
Eine klare Aufgabenverteilung schafft drei Dinge: Erstens, Transparenz -- alle sehen, was ansteht. Zweitens, Verantwortung -- jede Aufgabe hat einen Namen. Drittens, Entlastung -- wer weiss, dass andere ihren Teil uebernehmen, kann loslassen.
Das klingt einfach, ist aber ein fundamentaler Unterschied. Ohne Aufgabenliste heisst es "Kuemmere dich mal darum". Mit Aufgabenliste heisst es "Du bist zustaendig fuer den Arzttermin am Dienstag".
Welche Aufgaben fallen bei der Pflege an?
Pflege-Aufgaben lassen sich in drei Bereiche einteilen. Erst wenn man alle drei sieht, versteht man, warum Pflege so erschoepfend ist.
Administrativ
Antraege stellen (Pflegegrad, Hilfsmittel, Kurzzeitpflege), Versicherungen kontaktieren, Rechnungen pruefen, Vollmachten organisieren, Behordengaenge erledigen.
Diese Aufgaben haben oft Fristen -- wer sie verpasst, muss von vorne anfangen.
Organisatorisch
Arzttermine vereinbaren und begleiten, Medikamente nachbestellen, Pflegedienst koordinieren, Einkauefe erledigen, Wohnung anpassen, Hilfsmittel beschaffen.
Das sind die taeglichen und woechentlichen Aufgaben, die den groessten Zeitaufwand ausmachen.
Emotional
Besuche, Gespraeche, Trost spenden, Entscheidungen mittragen, eigene Belastung verarbeiten.
Dieser Bereich wird oft uebersehen, ist aber der anstrengendste. Auch emotionale Unterstuetzung kann aufgeteilt werden.
So verteilst du Pflege-Aufgaben fair
Fair bedeutet nicht, dass alle gleich viel machen. Jeder hat unterschiedliche Moeglichkeiten: Einer wohnt nah und kann taeglich vorbeischauen. Eine andere lebt weit weg, kann aber Antraege und Telefonate uebernehmen. Der Dritte hat wenig Zeit, aber kann finanziell beitragen.
Staerken nutzen
Wer gut mit Behoerden kann, uebernimmt die Antraege. Wer geduldig ist, begleitet Arzttermine. Wer organisiert ist, fuehrt die Aufgabenliste. Spielt eure Staerken aus.
Fristen setzen
Jede Aufgabe braucht ein Datum. "Irgendwann" heisst "nie". Selbst wenn die Frist nur intern ist -- sie schafft Verbindlichkeit.
Sichtbar machen
Was auf einer gemeinsamen Liste steht, wird erledigt. Was in den Koepfen bleibt, wird vergessen. Ein gemeinsames System macht den Unterschied.
Regelmaessig pruefen
Aufgaben veraendern sich. Was letzte Woche wichtig war, ist heute erledigt -- und neue Dinge sind dazugekommen. Ein kurzer woechentlicher Check genuegt.
Fristen und Termine im Blick behalten
Pflegegrad-Antraege, Widerspruchsfristen, Rezeptverlaengerungen, Gutachter-Termine -- im Pflegealltag gibt es Fristen, deren Versaeumnis echte Konsequenzen hat. Wer zu spaet Widerspruch gegen einen Pflegegrad-Bescheid einlegt, muss den gesamten Prozess neu starten.
In Pflege-Koordination hat jede Aufgabe ein optionales Faelligkeitsdatum. Ueberfaellige Aufgaben werden rot markiert. So sieht jeder auf einen Blick, was dringend ist -- ohne dass jemand daran erinnern muss.
Tipp: Setzt Fristen nicht auf den letzten Tag, sondern einige Tage vorher. Das gibt Puffer fuer Unvorhergesehenes -- und das kommt bei der Pflege regelmaessig vor.
Aufgaben gemeinsam im Blick
Erstelle Aufgaben, weise sie zu und behalte den Ueberblick ueber Fristen.
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