Pflege-Checkliste fuer Familien: 5 Situationen Schritt fuer Schritt
Pflege beginnt oft chaotisch. Dutzende Fragen, keine Anleitung. Unsere fuenf Checklisten geben dir konkrete Schritte an die Hand -- fuer die haeufigsten Situationen im Pflegealltag.
Jede Checkliste basiert auf den offiziellen Empfehlungen deutscher Pflegekassen und wurde fuer den Alltag pflegender Angehoeriger zusammengestellt. In Pflege-Koordination kannst du jede Checkliste digital Schritt fuer Schritt abhaken und mit deiner Familie teilen.
Checkliste 1: Pflegegrad beantragen
Der Pflegegrad bestimmt, welche Leistungen euch zustehen. Ohne Antrag gibt es nichts -- deshalb ist das einer der ersten Schritte, sobald Pflege noetig wird. Der Prozess dauert in der Regel 4-6 Wochen und endet mit einem Gutachterbesuch zu Hause.
Pflegekasse kontaktieren
Die Pflegekasse ist bei der Krankenkasse angesiedelt. Ruf dort an und bitte um ein Antragsformular. Tipp: Notiere Datum und Name des Ansprechpartners.
Antrag ausfuellen und abschicken
Fuell den Antrag sorgfaeltig aus. Bei Unsicherheit: Pflegestuetzpunkte helfen kostenlos. Sende den Antrag per Einschreiben.
Pflegetagebuch fuehren
Notiere 1-2 Wochen lang, wobei dein Angehoeriger Hilfe braucht: Koerperpflege, Essen, Mobiliaet, Arztbesuche, naechtliche Unruhe. Das hilft dem Gutachter.
Auf den Gutachter-Termin vorbereiten
Der Medizinische Dienst kommt nach Hause. Sei dabei und zeig den Alltag realistisch -- nicht den besten Tag. Leg Arztberichte und das Pflegetagebuch bereit.
Bescheid pruefen
Innerhalb von 25 Arbeitstagen muss der Bescheid kommen. Pruefe den zugewiesenen Pflegegrad. Bei Ablehnung oder zu niedrigem Grad: Widerspruch innerhalb eines Monats einlegen.
Checkliste 2: Krankenhausaufenthalt vorbereiten
Ein Krankenhausaufenthalt ist stressig genug. Wenn du vorbereitet bist, laeuft vieles reibungsloser. Diese Checkliste hilft dir, nichts zu vergessen -- von den Dokumenten bis zur Entlassungsplanung.
Wichtige Dokumente zusammenstellen
Versichertenkarte, Personalausweis, Einweisungsschein, aktuelle Medikamentenliste, Arztbriefe, Allergiepass.
Vollmachten klaren
Hat jemand eine Vorsorgevollmacht? Wenn nicht: Im Krankenhaus nach einer Betreuungsverfuegung fragen.
Medikamentenliste aktualisieren
Alle Medikamente mit Dosierung und Einnahmezeiten auflisten. Der Hausarzt kann dabei helfen.
Kontaktliste fuer Aerzte bereithalten
Hausarzt, Fachaerzte, Pflegedienst -- das Krankenhaus fragt danach.
Entlassung planen
Fruehzeitig mit dem Sozialdienst des Krankenhauses sprechen: Braucht ihr Reha, Kurzzeitpflege oder Hilfsmittel zu Hause?
Checkliste 3: Vorsorgevollmacht erstellen
Wer entscheidet, wenn dein Angehoeriger es nicht mehr kann? Ohne Vollmacht bestellt das Gericht einen Betreuer -- moeglicherweise einen Fremden. Die Vorsorgevollmacht verhindert das. Am besten erledigt ihr das, solange noch kein Druck besteht.
Entscheiden, wer bevollmaechtigt wird
Wer soll im Ernstfall Entscheidungen treffen? Es koennen auch mehrere Personen bevollmaechtigt werden (z.B. Gesundheit + Finanzen getrennt).
Formular besorgen oder Notar aufsuchen
Kostenlose Formulare gibt es beim Bundesjustizministerium. Fuer Immobilien und Bankgeschaefte ist eine notarielle Beglaubigung oft noetig.
Vollmacht unterschreiben lassen
Die Person muss geschaeftsfaehig sein -- also bei klarem Verstand. Nicht zu lange warten. Zwei Zeugen sind empfehlenswert.
Beim Zentralen Vorsorgeregister registrieren
Unter bundesanzeiger.de kann die Vollmacht registriert werden. Dann findet das Betreuungsgericht sie im Ernstfall.
Kopien verteilen und Original sicher aufbewahren
Original an einem sicheren Ort (nicht Bankschliessfach -- dort kommt man im Notfall nicht ran). Kopien an Bevollmaechtigte und den Hausarzt.
Checkliste 4: Haeusliche Pflege organisieren
Die meisten Pflegebeduerfigen wollen zu Hause bleiben. Das ist oft moeglich -- aber nur mit guter Organisation. Von der Beratung ueber die Auswahl eines Pflegedienstes bis zu Hilfsmitteln und Wohnungsanpassung: Diese Checkliste fuehrt euch durch den Prozess.
Pflegestuetzpunkt kontaktieren
Kostenlose, unabhaengige Beratung in deiner Naehe. Die helfen bei der Planung und kennen lokale Angebote.
Pflegedienst auswaehlen
Mehrere Angebote einholen. Achte auf: Zuverlaessigkeit, Flexibilitaet, Erfahrung mit der Erkrankung. Probetermine sind ueblich.
Hilfsmittel beantragen
Pflegebett, Rollator, Toilettensitz -- vieles zahlt die Kasse. Rezept vom Arzt holen und bei der Kasse einreichen.
Wohnung anpassen
Stolperfallen entfernen, Haltegriffe montieren, Beleuchtung verbessern. Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.000 EUR fuer wohnumfeldverbessernde Massnahmen (pro Massnahme).
Entlastung fuer Pflegende organisieren
Verhinderungspflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege -- nutze die Leistungen der Pflegekasse. Pflegende Angehoerige haben Anspruch auf Auszeiten.
Checkliste 5: Im Todesfall: Erste Schritte
In den ersten Tagen nach einem Todesfall muss vieles geregelt werden -- oft in einem Zustand der Trauer und Erschoepfung. Diese Checkliste gibt Orientierung. Nichts muss sofort passieren, aber einige Schritte haben Fristen.
Totenschein ausstellen lassen
Ein Arzt muss den Tod feststellen. Im Krankenhaus geschieht das automatisch. Zu Hause den Hausarzt oder Notarzt rufen.
Angehoerige und enge Freunde informieren
Nimm dir dafuer Zeit. Es muss nicht alles sofort passieren.
Bestatter beauftragen
Innerhalb von 36 Stunden (je nach Bundesland). Der Bestatter uebernimmt vieles: Abholung, Sterbeurkunde, Formalitaeten.
Wichtige Dokumente zusammensuchen
Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Versicherungspolicen, Testament, Kontoverbindungen.
Versicherungen und Vertraege informieren
Krankenversicherung, Rentenversicherung, Lebensversicherung, Mietvertrag, Strom, Telefon. Manche haben Fristen.
Checklisten digital abarbeiten
In der App kannst du Checklisten Schritt fuer Schritt abhaken und mit der Familie teilen.
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